Idee

Die zweite Ausgabe 2021

INSERT FEMALE ARTIST findet alle zwei Jahre statt, auch in diesem Jahr trifft die vielstimmige literarische Szene aus Köln und NRW auf internationale Gäste wie die kanadische Schriftstellerin Sheila Heti und deutschsprachige Autor*innen wie Deniz Ohde, Dilek Güngör, Simone Hirth, Sandra Gugić, Isabelle Lehn, Judith Kuckart, Selim Özdoğan, Tanasgol Sabbagh und Ralph Tharayil.

An drei Tagen mit Lesungen, Gesprächen, Performances, Tanz und Vorträgen sowie beim Warm-up-Programm vorab tritt die Festivalgemeinschaft in der Alten Feuerwache Köln in diesem Jahr über den Fokus Autor*innenschaft und Biografik in einen künstlerisch-forschenden Austausch, um die vergangene und gegenwärtige Lage weiblich gelesener Autor*innen und Künstler*innen zu thematisieren und feministischen Stimmen eine Bühne zu geben. Mit Autor*innen, Wissenschaftler*innen, Literaturvermittler*innen, Tänzer*innen, Performer*innen uvm. erkunden wir Tagebücher und Memoiren, lernen über das Jungsein und das Älterwerden von Künstler*innen, lesen und diskutieren Autofiktionen, fragen nach der Konjunktur des Ich in der Gegenwartsliteratur, in Sachbüchern, Romandebüts und zeitgenössischer Lyrik.

Dabei nehmen wir erneut Fremderzählungen kritisch in den Blick und stellen ihnen Selbsterzählungen gegenwärtiger und verstorbener Autor*innen entgegen: Wie wird das Leben von Künstler*innen aus Sicht einer männlich geprägten Literaturgeschichte erzählt, wie werden weibliche Biografien im Vergleich zum männlichen Pendant wahrgenommen? Wie gestalten sich Biografien von Autor*innen, die neben der künstlerischen Arbeit auch noch den Großteil der Sorgearbeit leisten? Welche Brüche ergeben sich in ihren Lebensläufen und wie benachteiligen diese Unterbrechungen ihren Werdegang?

 

Die erste Ausgabe 2019

INSERT FEMALE ARTIST ist ein interdisziplinäres Literaturfestival, das sich mit der Lage der Autorin auseinandersetzt. Es fand zum ersten Mal vom 27.–29. September 2019 in der Alten Feuerwache Köln statt.

Ausgehend von der Literatur setzten sich Schriftsteller*innen, Filmemacher*innen, Performance- und Audiokünstler*innen sowie Wissenschaftler*innen mit Fremd- und Selbsterzählungen weiblicher Autor- und Künstlerschaft auseinander. Am Festival wirkten über 40 Personen aus Kunst und Wissenschaft, 15 Projektpartner aus NRW und mehrere Präraffaelitische Girls mit.

In seiner ersten Auflage legte das Festival einen Schwerpunkt auf historische und gegenwärtige Kanon- und Archivierungspraxen. Dabei diskutierten die Festivalgäste zusammen mit dem Publikum in unterschiedlichen Gesprächsformaten (Weltcafé, Vortrag, Podium). Die künstlerischen Arbeiten kamen aus den Bereichen Literatur, Tanz, Film und Klang. Für Kinder und Jugendliche wurden Workshops zur fotografischen Selbstinszenierung und zum literarischen Schreiben angeboten. Darüber hinaus gab es zwei moderierte Netzwerkveranstaltungen.

Fragen, die wir uns vor und während des Festival stellten, lauteten etwa:

  • Vom Autorinnenportrait über das Biopic bis zur Besprechung im Feuilleton – werden Autorinnen und Künstlerinnen anders inszeniert und erzählt als ihre männlichen Kollegen?
  • Wie werden Autorinnen im Literaturbetrieb präsentiert?
  • Wie werden sie erinnert?
  • Welchen Wertungspraktiken unterliegt beispielsweise eine Debütantin?
  • Wie gestaltet sich ihr Gang durch das literarische Feld?
  • Wie können genderspezifische Framings und Erinnerungspraktiken künstlerisch aufgebrochen werden?
  • Mit welchen Schreibpraktiken können Autor:innen auf männlich besetzte Themen und Figuren wie reagieren?
  • Was können z.B. feministische Praxiskollektive gegen männerbündische Strukturen ausrichten?
  • Wie könnte eine ganzheitliche feministische Kanonarbeit aussehen?