Thinking Rational (That’s Rational)

Tanz/Performance

Tanz trifft Traumprotokoll – Literarischer trifft körperlichen Ausdruck

„Doch warum mit Diagnosen herumschlagen, wenn eine Diagnose nichts weiter ist als eine Umformulierung des Problems?“
– Maggie Nelson

Wer in der künstlerischen Arbeit die eigene Krankheit ‘behandelt’, bringt Fragen der Diskretion, Privatsphäre und Schweigegebote ins Spiel, die den kranken Menschen schützen sollen. Ingeborg Bachmann tat es trotzdem und entwarf eine „Rede an die Ärzteschaft“, notierte Träume und schrieb Briefe an ihren Psychotherapeuten. Sie tat dies in dem Bewusstsein, dass ihre Texte eine „penible präzise Schilderung von erschreckender Genauigkeit“ darstellen, die ihre Erkrankung und Schmerzen aus der Isolation und dem Schweigen darüber hervorholen, die psychischen Krisen in der Regel erfahren. „ [I]ch will nur davon sprechen, obwohl sonst niemand davon sprechen will (…)“, schreibt Bachmann, und dass die meisten Patient*innen entweder aus Scham oder aus Ermangelung an einer geeigneten Sprache nicht über sich berichten.

Insert Female Artist fragte die zeitgenössische Tänzerin Hannah Krebs nach den Verbindungen von Krankheit, Kunst und ihrem Körper: Wann ist der Körper der Tänzerin öffentlich? Ist er jemals privat? Und was passiert bei Verletzungen oder wiederkehrenden Erkrankungen – mit ihm und mit ihrer Arbeit?

Mit der dramaturgischen Unterstützung von Shiraz Amar erkundet Hannah Krebs dieses Themenfeld in einer solistischen Performance.


29. September 2019 • 17:00 Uhr • Alte Feuerwache, Saal
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