»Lächle doch mal« – Schriftstellerinnenportraits

Fotoworkshop für Jugendliche

Gerne werden Mädchen und Frauen dazu aufgefordert, doch mal mehr zu lächeln, nicht so böse zu schauen. Gegen diese joviale Aufforderung regt sich Widerstand – etwa in der künstlerischen Arbeit Tatyana Fazlalizadehs, Stop Telling Women to Smile, die nicht zuletzt auf die Belästigung von Frauen im öffentlichen Raum aufmerksam macht.

Wir fragen, inwiefern der Aufruf zum ‚Mal-Lächeln‘ und und andere genderspezifische Inszenierungsimperative in die Fremd- und Selbstdarstellung als Autorin, als Künstlerin eindringt.

In dem Workshop untersucht die Fotografin Sandra Stein mit Jugendlichen kritisch, wie und auf welche Weise Autorinnen und ‚weibliches Schreiben‘ in der Fotografie inszeniert werden. Denn einen nicht unwesentlichen Teil der Wahrnehmung von Künstlerinnen macht deren visuelle Repräsentation aus. Ganz praktisch sollen Fotografien von Autorinnen – von Virginia Woolf über Ingeborg Bachmann bis zu Stefanie Sargnagel – untersucht werden. Wie verändert ein Bild in unterschiedlichen Ausschnitten, Fokussierungen, Perspektiven und Farbigkeiten seine Wirkung? Welcher Gesichtsausdruck dominiert in der Darstellungsgeschichte der Autorin im Vergleich zu ihrem männlichen Kollegen? Kurz: Welche Darstellungsformen sind typisch für die Aufnahmen von Künstlerinnenportraits und wie entsteht dadurch ein klischeehafter Blick auf eine Künstlerin?

In einem kreativen, praktischen Teil werden neue Ausdrucksformen erprobt, die über genderspezifische Inszenierungen hinausgehen und die Jugendlichen für fotografische Darstellungsweisen sensibilisieren sollen, sodass sie diese – in Zeiten von Selfie, Instagram und Co. – kritisch hinterfragen lernen.


28. September 2019 • 10:00 Uhr • Alte Feuerwache, Probenraum
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