Jemand geht – Zur Poesie der Dritten Person (Singular)

Lesung

Eine Lesungsperformance von Barbara Köhler

Die Lyrikerin Barbara Köhler ist seit 2018 Gastprofessorin in dem neuen Studienschwerpunkt Literarisches Schreiben an der Kunsthochschule für Medien in Köln. 

2018 schaltete sich Köhler in die hitzig geführte avenidas-Debatte um das gleichnamige Gedicht Eugen Gomringers ein, das nach Protesten von der Hauswand der Alice Salomon-Hochschule genommen wurde und das eine grundlegende Debatte über Sexismus und Kunstfreiheit in Gang setzte. Barbara Köhler schrieb ein neues Gedicht für die Hochschule, ohne das Gedicht Gomringers einfach zu überschreiben. Indem sie das avenida-Gedicht sowohl materiell als auch inhaltlich wieder aufgreift, so „ein Gedicht mit Vorgeschichte“ entstanden ist, wie Köhler selbst sagt, treten beide Gedichte in einen Dialog.

Neben ihren literarischen Veröffentlichungen, z.B. dem Gedichtband Deutsches Roulette (Suhrkamp 1991) oder Wittgensteins Nichte. Vermischte Schriften/Mixed Media (Suhrkamp 1999) übersetzte sie Gedichte Gertrude Steins und Samuel Becketts ins Deutsche.

Wikipedia schreibt über Köhlers Arbeiten:

Ein zentrales Anliegen ihres Werkes ist es, weibliche Perspektiven – und ihr Verschwinden – in Denken und Grammatik sichtbar zu machen. So ist in ihrem Gedichtband Niemands Frau (2007) die Rede von Lücken, in denen Frauen verschwanden. Dieser Band schreibt die altgriechische Odyssee neu und stellt dabei auch die überlieferten Haltungen der weiblichen Figuren in Frage.”


29. September 2019 • 17:30 Uhr • Alte Feuerwache, Saal
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